by C.Matthias Kügler. Posted in Exhibition, Performance
Das Projekt war eine künstlerische Auseinandersetzung mit der „Doppelstadt“ Gornja Radgona/Bad Radkersburg und der vollständigen Öffnung der Grenze im Jahr 2007. Es handelt davon Grenzen zu überwinden. Seien es physische Grenzen, wie die Mur, oder auch psychische und durch gemeinsame Arbeit an einer Sache diese Grenzen Verschwinden zu lassen.
Ziel der beiden Künstler Matthias Jäger und C.Matthias Kügler war es möglichst viele Menschen, auf beiden Seiten der Grenze, zur Teilnahme an einer gemeinsamen Handarbeit zu bewegen. So ist eine große Anzahl an gestrickten, quadratischen Flecken aus Wolle entstanden, gestrickt von den Menschen aus der gesamten Region.
Diese einzelnen Teile wurden von den Künstlern – ebenfalls in Handarbeit – zu einem temporären Objekt vereint, beziehungsweise verstrickt. Nicht nur das Objekt, sondern viel mehr die einwöchige Arbeit am Bad Radkersburger Hauptplatz und an verschiedenen Orten in der Region war ein Versuch eine Verbundenheit der Länder in diesem Gebiet Darzustellen und zwei Kulturen zu „Verstricken“
Wie war eure Herangehensweise an das Thema Grenze?
Wir wollten die Grenze nicht auf einer räumlichen Ebene thematisieren oder betonen, sondern auf einer geistigen kulturellen. Durch eine gemeinsame Aktion and der so viele Menschen wie möglich teilnehmen, sollen diese dazu gebracht werden die Grenze zu überwinden beziehungsweise zu vergessen.
… und warum ausgerechnet Stricken?
Schon die ersten Ideen hatten etwas mit Stricken zu tun und kombiniert mit dem Gedanken viele Menschen einzubinden, waren wir sehr schnell einer Meinung, dass wir die Gegend verstricken wollen. Nämlich zum Einen kulturell und zum Anderen in eine fassbare Handarbeit.
Ist es nicht eher schwer Leute dazu zu bewegen freiwillig etwas zu stricken und wie hab ihr sie dazu bewegt?
Wir waren ziemlich überrascht als wir ins Museum in Bad Radkersburg kamen um die Strickflecken einzusammeln und wir auf einmal an die 300 Stück vorfanden. Wir produzierten zweisprachige Einladungen und versuchten die “richtigen” Leute zu erreichen, Vereine, Schulen etc. Sofort fanden sich auch Personen die von dem Projekt begeistert waren und machten wiederum dafür Werbung oder initiierten das gestrickt wurde.
Abschließend, aus reiner Neugier ist der Anteil an Österreicheischen oder der der slowenischen Strickflecken größer?
Auf Österreichischer Seite war die Anzahl enorm und natürlich auch viel leichter für uns Kontakte zu knüpfen. Von unseren Slowenischen Kontakten erfuhren wir, dass Slowenen nicht so leicht oder gerne die Grenze überqueren. Vielleicht hat dies sprachliche Gründe da viele der Slowenen Deutsch sprechen aber nicht umgekehrt. Es fanden sich nämlich kaum Strickbeiträge aus Slowenien, was uns sehr beunruhigte.
Dies hatte vermutlich sehr stark mit unserer Location zu tun, dem Bad Radkersburger Hauptplatz. Denn ohne einen guten Grund überwindet leider noch niemand wirklich gern die Grenze. Also war es für uns die logische Konsequenz uns auch nach Gornja Radgona zu setzen und mit den Slowenen an unserer Skulptur zu arbeiten, um noch genug Slowenischen Einfluss zu bekommen.
8 replies on “Prepletanje Verstrickungen Lukas Meisterhofer Says:
Wow, unglaublich tolles Projekt! Fein!
Matthias Jäger Says:Danke, war ein ganzes (Woll)stück Arbeit …
Anonymous Says:eine sehr schöne idee und umsetzung.echt geil, dass so viel gestrickt wurde….gabs auch einen kurs für die dies nicht(mehr) konnten?
Anonymous Says:gute Aktion – schöne Fotos – auch die Zeltkonstruktion gefällt
Barbara Elisabeth Heier Says:Endlich krieg ich das mal zu sehen! Ist wirklich cool geworden! Sehr schöne Aktion! +++
Matthias Jäger Says:Lehrerin inkl. Schulklasse(n) haben uns beim Stricken unterstützt, daher: Ja, es gab Hilfe für die Nicht-Stricker. Danke für den positiven Feedback. Die Zeltkonstruktion wurde mit Eisenstangen, Schellen, gelber LKW Plane, schwarzen Kabelbindern und Rasenteppich umgesetzt.
Lg
Christoph Skofic Says:Matthias
Wahnsinnig geiles Projekt, ich bin begeistert!
Was ist mit dem Objekt letztendlich geschehen? Schaut nähmlich echt gut aus.
Matthias Jäger Says:Wir haben es dem “Museum im Alten Zeughaus” in Bad Radkersburg und somit allen Menschen dort geschenkt …