HOT BIS

The real biz of hotel ibis.

The lights were broken down – the picture is not a fake!

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Miniatur

Meiner Welt fehlt der große Bogen, das Umspannende. Liebe fühlt sich manchmal an, als biete man dem anderen sein ganzes Leben, er nimmt es in den Mund, kostet, spuckt es aus.Sie hatten sich einen Raum der Leere geschaffen, in welchem ihre Körper sich als Gefüge betrachten konnten. Wenn es Blumen regnete, konnte man die Sonne nicht sehen. Der Schnee fiel nur an trockenen Tagen und ihr Blut stand still um den Atem der Welt hören zu können. Es ragten keine Bäume, alles war. Scherzbolden wurde Gift eingehaucht. Jonathan spie nur noch. Er stopfte die Äpfel in sich hinein und spie sie in das Handtiefe Loch am Fuße seines Fensters. Jeden Tag.Im Frühling knospte ein Baum des Lebens heran und er spie und er spie und als sein Baum Äpfel trug konnte er seinen Raum nicht verlassen.” M.F.

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Square? or not square?




To be Square
or not to be Square ?

I don`t care
this is not a Square

it only seems to be..

jannuary 2010

ADOLF POLA-OIDA

emptied spectra filmpack, white chalk, one polaroid

on the back of a canvas.

jan.2.ten

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bewaffnete Wortspende

Auf der Bühne das Opernorchester, die Pianistin, und Ich. Ich hält eine ungebetene Einführung mit einem Maschinengewehr in der Hand.

Ich: (auf die Pianistin deutend)
Eine Symphonie! Man stelle sich vor, ein lauter Beginn. Wie sie spielt, der erste Anschlag nach der vorangegangenen Stille, in der sie sich gesammelt hat, versucht hat, all den Schmerz und all das Glück dieser Welt in sich zu vereinen, zu halten bis sie birst und die ganze Welt auf einmal sein könnte um all das dann hinaus zu lassen im ersten Ton. kanalisiertes Glück. Musik explodiert nicht, sie ist für den bestimmt, der zuhört, wir wissen noch nicht was geschieht, kennen nicht jede Nuance ihres Stücks, können nicht explodieren.
Die erste Note ist ein Ventil, das manchmal sachte und manchmal laut geöffnet wird, aber niemals! entweicht all die Luft auf einen Schlag. Sie weiß jetzt schon dass sie weinen wird, arbeitet an ihrer und unserer Erlösung. Ich kann sie vor mir sehen, wie sie ihren ganzen Körper verspannt, sich krümmt und später dann sich öffnet, mit ihren Augen in eine unfassbare Weite blickt in der sie Welten sieht, die sie mir nie schildern konnte.
Oder sie schließt ihre Augen, reist in sich selbst. Nichts ist Leichtigkeit. Spielen ist Arbeit. Ich habe das Orchester immer als großen, atmenden Apparat erlebt, jeder für sich ein Rad in einem größeren Uhrwerk, das rasselt, rüttelt, schnarrt, schlägt, singt. Unstoppbare Maschine, die, so meine ich dann oft, ganz ohne jegliches Zutun laufen würde, als müsste man sie nur aufziehen, kurz vor der Vorstellung, danach: ein ewiger Gang.
Sie allein ist schon Erlebnis genug, denke ich mir, wenn ich sie beim Spielen erlebe, ein Atemapparat, eine Wüste der Verzweiflung, selten: Wasserfall des Glücks.

Willig lässt Ich sein Geplärre vom einsetzenden Orchester und dem Gelächter des Publikums übertönen. Das Maschinengewehr war eine Einbildung des Autors.

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Pakabumm (sound poetry)


Pakabumm (sound poetry)

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illuminaten des sommers

trauma nr 2: rauschzustände

als die nacht hereinbrach machte ich mich auf, in die tiefen des dunklen waldes, der sich unergründlich vor den abgründen meiner seele erstreckte. ich folgte dem summen der millionen von bienen, welches mir elysische freuden süßen honigs versprach. der myriadische schwarm entführte mich zu einem schloss, tief im wald. hoch von einer der turmzinnen herab, rief mir norman mailer zu: „siehst du den mond brennen?“ ich blickte hinauf, doch enorme baumkronen versperrten mir die sicht. „du musst herauf klettern, damit du es siehst,“ rief er zu mir herunter, also kletterte ich die mauer empor.

oben angelangt, sah ich niemanden mehr, außer einen dieser scheiß existentialistischen hipster, der am boden liegend, seinen rausch ausschlafend, kuschelnd mit einer afro-perrücke – eine trophäe der letzten party – im arm, von großen, weltverdrehenden romanen träumte. ich stupste den furchtlosen nonkonformisten mit meinem schuh an, er erwachte, sprang auf und begann zu laut zu schreien: „hast du sie gesehen? aus allen fünf himmelsrichtungen sind sie auf uns zugestürmt! wie eine armee!“ ich blickte nach unten. aber da lagen nur ein paar nackte kadaver, friedlich, wie erschlagenes wild.

aus langeweile begab ich mich in einen der prunksäle des schlosses, wo john buffalo vor einem kamin saß und einen surrealistisch großen joint rauchte. er blies mir eine wolke harzgeschwängerten rauches ins gesicht und lallte: „paranoia: you never know when it is devoted to your safety or to your ultimate breakdown!“ darauf antwortete ich schnippisch: „johnboy, is this your gospel according to the son?“ wütend dämpfte er den joint am rücken einer frau aus und steckte ihn mir zwischen die beine hinauf, bis dort wo ich den letzten funken der glut in meinem sonnengeflecht verglühen spürte.

als der beat in mir verloschen war, zog ich meinen rock beschämt bis zu den knöcheln hinunter, doch eine aufgebrachte amerikanische feministin, die alles beobachtet hatte, kam auf mich zugestürzt und schrie: „don´t you pretend to be a hypocritical virgin! I saw it, you´ve been taken like one of those cliff-hanging, middle-aged housewives!“ ich entgegnete ihr gelassen: „man´s design is not to repeat himself in time,“ woraufhin sie zufrieden das weite suchte. endlich war ich wieder allein, mit den geistern der kunst und mit meiner phantasmorgastischen breitseite.

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veteranen des sommers

trauma nr 30/69/1_freie liebe

wegläufst. antworten hinterher, auf fragen, deren formulierungen dir im stadium der präkonzeptuellen gewahrsamkeitswerdung abhanden gingen. entschuldigungen suchend, defizitär erklärend, wie die irgendwo in verlorenheit geratenen entscheidungsprozesse letztendlich doch im nirvana der gemütshaften gleichgültigkeit gelandet zu sein vermochten. wieder einen schritt fort von mir.

eingefroren ist bewegtes lieben und atmen durch die poren deiner haut. wie endlos stalagmitisch in die höhe gewachsene unsicherheit, aus eis geformt, für die ewigkeit gebaut. an meine grenzen bin ich gestossen.wie der kalte schweiß auf deiner angsthaut, der verlogener leidenschaft lügen straft. hast dich mit selbstüberspielender selbstsicherheit selbstverständlich meiner bemüßigt. benutzungsgebühr?

unvermögen! eine sprachlose wand, wie brachiales nicht-vorhandensein von nähe, erschlägt mir ins gesicht und die worte, die zu zu sagen dir, mir tretmühlenartig im gedächtnis drehen. so wie hilflos nach luft japsen. dann doch kapitulieren vor dem kommunikativen treibsand, der uns nicht verbindet. das relationale grand finale schweigt. „die grenzen deiner sprache, sind die grenzen meiner welt.“ darum getrost den rücken ich dir kehr, und geh!

(sr.mai.09)

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arbitrairement absurde

mes branches craquent
il n´y a pas d´eau qui m´enflamme
pas de chaud qui glace mon cauchemar
ou fond mon moral lapidaire et lacrymal

mais tes lèvres avides sur ma bouche
presque et douces elles me touchent
comme petites larmes de la pluie
baisent mon sourire

un rêve illuminé
par lumière diffracté
je me couche ensorcelée
sous l´arbre de la connaissance
et vois le retrait de la raison en transe

je goute le présent de la nuit
une inspiration de la volupté
que je sentir, et je sais,
je suis en vie, ensuite

watertree2

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Fantasie in G

Fassen Sie mich nicht mit zarten Fingerspitzen an. Ich beiße, ich verzahne mich in Ihren Köpfen und Herzen, nehme Sie solange in Gebrauch, bis Ihre Münder erschlafft, ihre Glieder müde und die eintönige Musik Ihres Arbeitszimmers keine Musik mehr, sondern Störgeräusch dieses sonnigen Tages ist. Legen Sie den Text weg, wenn es kein sonniger Tag ist. Lesen Sie ihn mit Ihrem Nachbarn, und wenn kein Nachbar vorhanden ist, lesen Sie ihn besser nie. Versuchen Sie währenddessen nicht zu essen, die romantische Idee, sich vor lauter Begeisterung zu verschlucken würde ja doch nicht aufgehen, es geht hier nur um einen Text, nur um mich, um das Vertreiben lästiger Fliegen die meine mühsam am Balkon gezüchteten Chilis davon abhalten, mich an herrlichere Zeiten zu erinnern.  Und natürlich geht es um mehr. Beißen Sie zurück! Verletzen Sie mich nicht, denn das Eingemachte an das ich mich nun wage wirft das Zerrbild eines Spiegels zurück, den ich nicht beschreiben kann und für dessen Beschreibung ich mir zwar nicht unbedingt meine Zähne ausbeißen muss, die ich aber für den einzig möglichen Weg halte, um meiner unausbalancierten Existenz einen Stab in die Hand zu drücken, mit dem ich meine verschobenen Grundpfeiler immer wieder auszutarieren vermag. Gehen Sie mit mir um, wie sie mit den Tasten der unzähligen Klaviere umgegangen ist, auf denen sie spielt seit sie sieben Jahre zählt und die sie wohl alle mehr geliebt hat als mich.
Wenn sie die Augen schloss, ihre Hände ausstreckte und meine Haut auf ihren Handflächen fühlte, dann war ihr manchmal, als ob sie ein Meer rauschen hörte, dessen Brandung an ihre Fingerspitzen stieß, die Poren ihrer Haut erbeben ließ und schließlich den ganzen Körper, nur nicht das Herz erfasste.
Auf und in ihr schwammen dann alle Erinnerungen der letzten Jahre: das sachte Anschlagen von Klaviertasten, der Duft von vertrocknetem Schweiß unter meinen Achselhöhlen, kokette Streitereien während einer ganzen Nacht und gleichzeitig das gemeinsame Hören von Mahler, immer wieder das Adagietto, immer wieder ihr Aufstehen danach, pochenden Herzens ohne Schlaf sich vors Klavier zu setzen – zu spielen;  Anne war nicht mehr und nicht weniger als ihre Musik. Sie wusste alles über Chopin, spielte Beethovens Sonaten hingebungsvoll mit geschlossenen Augen, aber vom Leben wusste sie, wie sie mir zu verstehen gab, der sich immerzu mit Rotwein vor ihr betrank, wenn sie in der erschöpften Stunde nach dem Üben mit abgeschlafftem Körper auf einem Stuhl saß, nichts.
Ich sah sie daraufhin meist nur an, schwieg, umfing sie manchmal mit meinen Armen, tänzelte mit ihr durch die Wohnung und blies meiner “Muse”, die mich wohl zu nicht mehr als zum Trinken inspiriert hatte, Rauch einer Zigarette ins Gesicht. “Lern mir Leben”, flüsterte sie dann oft und bekam nie mehr zurück als ein Lächeln, ein Strahlen in meinen Augen, welches sie dann am nächsten Tag noch vor ihren Augen hatte, während das Metronom in ihren Ohren krachte, der Rhythmus ihres Lebens. Anne war Gefangene ihres Selbst. Getrieben zum Spiel, das sie selbst nie Spiel nannte, sie nannte es Üben. “Wann wirst du spielen?”, fragte ich sie.
Wenn sie von sich erzählte, erzählte sie immer nur von Erlebnissen anderer, von einem Virtuosen auf der Geige, der irgendwann nach seinem dreiundzwanzigsten Geburtstag aufgehört hatte zu sprechen, wahnsinnig geworden war, in hellen Momenten weinte, und letztlich nicht nur seinen Mund, sondern auch das Instrument verstummen ließ. Oder ihre flinken und gewissenhaften Augen sangen das Lied ihrer Großmutter, von flackernden Streichhölzern, zischend im Wasser erlöschend, wonach die schwefelige Brühe um den Hals gestrichen wurde, sie erhoffte sich Heilung;
Ich saugte all dies auf wie ein halbtrockener Schwamm. Ich nahm ihr alles was sie hatte. Sie fühlte sich nackt.
Wider Willen, aber jedenfalls um etwas zu ergründen, kramte sie eines Tages aus ihrem modrig und anheimlig riechenden Keller einen Werkzeugkasten, entfernte den Rost, öffnete ihn gewaltsam, und mit dessen Inhalt sanfter dann mich.
Zunächst entfernte sie behutsam mit ihren Fingerspitzen die Haut, die meine Brust umspannte, schnitt ein Rechteck über meinem Herzen aus, faltete dies sorgfältig zu einem Papierschiffchen. Im Geiste sah ich Matrosen darin herumklettern, hisst die Segel, auf zu neuen Landen, lichtet die Anker, der Wind kommt von achtern. Mit der Unterhaut tapezierte sie dann ihr Schiffchen, ungeachtet der Proteste ihrer Mannschaft, Rot sei keine Farbe für das Seemannsleben, blau sei die Welt.  Spitzfingrig schnitt sie das Fettgewebe heraus, wählte eine dreieckige Form, drehte und wendete es, setzte dem Schiff Segel, die sie mit kleinen Splittern meiner Rippen verstärkte, gefühlvoll nahm sie diese heraus, so dass sie später jede davon wieder auf ihren Platz setzen konnte. Ihr Herz pochte, als sie die Rippen spreizte um mein Herz zu sehen, das pulsierend im Herzbeutel auf und ab schwamm, und in ihren Ohren klang wie die Wellen des Meeres; Vor ihr lag die Welt, lagen all ihre Geschichten, lag sie selbst. Sie sah wie der schweigende Meister der Geige im Schnee erfror, fühlte das Zittern seiner Glieder in ihren eigenen, spürte seinen Atem schwächer werden, fing selbst an zu schreien, zuckte mit ihren Gliedern, schlug, als hätte sie selbst ein Instrument in der Hand, auf den Tischen und Stühlen herum, traf meine Oberlippe, sah Blut fließen, bekam keine Luft, ich hielt sie fest, sie war haltlos, ertrank, wurde langsam, und griff, in ihrer letzten Sekunde, nein, sprang, huschte, schrumpfte, in ihr Schiff. Habtacht! So standen die Matrosen da und warteten. Es war still. Anne im Schiff. Auf die Größe einer Spielzeugfigur zusammengeschrumpft umflog sie mich, schwirrte um meine Ohren, hielt inne, erzählte. Ich war ihre Perspektive satt. Als sie dann Anlauf nahm, in mein Herz eindringen wollte, wendete ich mich ab und beobachtete aus den Augenwinkeln ihr Davongleiten in den Himmel. Geheimnisvoll schimmerten die Segel in der Ferne. Versinke!

# Posted by Jakob Reichsöllner. No reply.
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